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Statistik? Schön und gut, wenn nur die ganzen Zahlen nicht wären.
Erhard Blanck (* 1942), deutscher Schriftsteller und Maler.



Diesen Satz würden sicher auch viele Demoskopen und Wahlforscher blind unterschreiben, zumal sich letztere mit ihren Wahlprognosen bisher auch nicht gerade mit Ruhm bekleckerten.

Doch wie entstehen eigentlich Wahlprognosen?

Ausgangspunkt sind stets die ungewichteten Rohdaten der Wahlabsicht, die über Umfragen durch die bekannte Sonntagsfrage „Welche Partei würden Sie wählen, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre?" ermittelt werden. Doch das Ergebnis der ungewichteten Wahlabsicht ist stark verzerrt, weil einige Subgruppen (z.B. ältere Personen oder Arbeitslose) übermäßig oft an Umfragen teilnehmen.

Mittels Gewichtung über Merkmale wie Geschlecht, Alter, Beruf oder Ortsgröße wird aus den Rohdaten die politische Stimmung. Jedoch selbst diese Werte sind zum Prognostizieren ungeeignet, denn bedingt durch Effekte wie soziale Erwünschtheit oder taktisches Wählen unterscheidet sich das Antwortverhalten der Wahlberechtigten in den Meinungsumfragen deutlich von den tatsächlichen Wahlentscheidungen.

Dies gilt beispielsweise für die Linkspartei. Aufgrund der Vergangenheit zur SED befürchten einige Menschen immer noch soziale Ablehnung, sollten sie die Linkspartei als Antwort auf die Sonntagsfrage nennen. Und so sind die Werte der Linkspartei in den gewichteten Rohdaten stets niedriger als am Wahltag.

Um solche Unterschiede zu bereinigen, werden in einem letzten Schritt Projektionsfunktionen auf die politische Stimmung angewendet. Diese Funktionen beinhalten oftmals eine Vielzahl von Parametern, die nicht veröffentlicht werden und intern in die Kategorie streng geheim fallen. Erst sie ermöglichen unverzerrte Wahlprognosen und haben einen erheblichen Anteil an der endgültigen Projektionsqualität.